Terrasse über dem Hafen von Fontvieille unterhalb des Felsens: Monaco wurde am 30. Oktober 2026 von der grauen Liste der FATF gestrichen
Steuern und Gesetzgebung

Monaco verlässt die graue Liste: was sich beim Kauf ändert

Von Paolo Petrini13 Min. Lesezeit
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Inhalt

  1. Das Wichtigste in Kürze: Monaco verlässt die graue Liste
  2. Was geschah am 30. Oktober 2026?
  3. Warum stand Monaco auf der grauen Liste?
  4. Hat die graue Liste Monacos Immobilienmarkt belastet?
  5. Wo hat sich die Listung bemerkbar gemacht?
  6. Warum zählt die EU-Liste weiterhin?
  7. Was ändert die Streichung für eine Transaktion?
  8. Häufige Fragen

Ja, Monaco hat die graue Liste der FATF verlassen: Die Financial Action Task Force hat das Fürstentum am 30. Oktober 2026 nach achtundzwanzig Monaten Reformen von ihrer Liste der Jurisdiktionen unter verstärkter Beobachtung gestrichen.

Die Entscheidung fiel in Paris auf der Plenarsitzung der FATF vom 28. bis 30. Oktober 2026, zeitgleich mit jenen zu Bulgarien, der Elfenbeinküste und der Demokratischen Republik Kongo. Sie schließt ein Kapitel, das am 28. Juni 2024 in Singapur begann, als das internationale Gremium zur Bekämpfung der Geldwäsche Monaco unter verstärkte Beobachtung stellte.

Für ausländische Käufer, die eine Wohnung im Fürstentum ins Auge fassen, wirft die Nachricht zwei Fragen auf, die konkreter sind als die Schlagzeilen. Was hat sie die Listung Monacos seit 2024 tatsächlich gekostet? Und was gibt ihnen die Streichung zurück, solange das Fürstentum noch auf der europäischen Liste der Drittländer mit hohem Risiko steht? Die graue Liste hat den Kauf in Monaco nie verhindert. Sie hat den Weg des Geldes verlangsamt, und ihre Aufhebung gibt ihm nur einen Teil seines Tempos zurück.

Das Wichtigste in KürzeGraue Liste der FATF

Das Wichtigste in Kürze: Monaco verlässt die graue Liste

Die Entscheidung der FATF beendet die verstärkte Beobachtung des Fürstentums. Sie ändert weder die Prüfpflichten, die für jede Transaktion gelten, noch vorerst Monacos Platz auf der Liste der Europäischen Union.

  1. Die FATF hat Monaco am 30. Oktober 2026 auf ihrer Plenarsitzung in Paris von der grauen Liste gestrichen, nachdem das Fürstentum am 28. Juni 2024 aufgenommen worden war.
  2. Der Aktionsplan betraf die Wirksamkeit des Abwehrsystems, insbesondere im Ausland begangene Steuerhinterziehung, die Beschlagnahme krimineller Vermögenswerte, Sanktionen und Strafverfolgung, und nicht das monegassische Steuerrecht.
  3. Am 19. Juni 2026 stellte die FATF fest, dass der Plan im Wesentlichen erfüllt war; vor der endgültigen Entscheidung reisten ihre Prüfer nach Monaco.
  4. Während der zwei Jahre auf der grauen Liste ist der monegassische Immobilienmarkt nicht zurückgegangen: Das IMSEE verzeichnete 2025 493 Verkäufe im Wert von 5,9 Milliarden Euro.
  5. Spürbar wurde die Listung im Geldverkehr: langsamere Überweisungen und längere Bankprüfungen, die zu längeren Zeitplänen für Transaktionen geführt haben.
  6. Monaco bleibt auf der europäischen Liste der Drittländer mit hohem Risiko, bis die Europäische Kommission eine neue Verordnung erlassen hat, und die Banken der Union wenden bis dahin weiterhin verstärkte Sorgfaltspflichten an.
  7. Die Pflichten zur Kundenidentifizierung und zum Nachweis der Mittelherkunft gelten bei jedem Erwerb unverändert, unabhängig von Monacos Platz auf einer Liste.
Petrini-TippWenn die Mittel für Ihren Erwerb über eine Bank in der Europäischen Union fließen, behalten Sie in Ihrem Zeitplan den Puffer bei, den Sie vor dem 30. Oktober eingeplant hätten, bis Monaco von der europäischen Liste gestrichen ist.

Was geschah am 30. Oktober 2026?

Die FATF stellte fest, dass Monaco die 2024 eingegangenen Verpflichtungen erfüllt hat, und strich das Fürstentum von der Liste der Jurisdiktionen unter verstärkter Beobachtung, die gemeinhin graue Liste genannt wird. Nach dieser Plenarsitzung umfasst die Liste nur noch 18 Jurisdiktionen statt zuvor 22, ohne eine einzige Neuaufnahme.

Wer das Verfahren verfolgt hatte, wurde von der Entscheidung nicht überrascht. Bereits im Juni 2026 hatte die FATF festgestellt, dass das Fürstentum seinen Aktionsplan im Wesentlichen umgesetzt hatte, und den Vor-Ort-Besuch angeordnet, der einer Streichung stets vorausgeht. Nach Angaben der fürstlichen Regierung fand dieser Besuch der Prüfer im September statt.

Die Verantwortlichen äußerten sich zurückhaltend. Staatsminister Christophe Mirmand stellte die Regelkonformität als bewusste Entscheidung guter Regierungsführung dar und wollte darin keine Ziellinie sehen. FATF-Präsident Giles Thomson erinnerte seinerseits daran, dass die Streichung für die betroffenen Länder nicht das Ende des Weges ist. Um zu ermessen, was das Fürstentum tatsächlich korrigiert hat, lohnt der Blick auf den ursprünglichen Vorwurf.

Warum stand Monaco auf der grauen Liste?

Monaco wurde aufgenommen, weil sein Abwehrsystem gegen Geldwäsche auf dem Papier solide war, aber noch zu wenige konkrete Ergebnisse lieferte. Die Regeln existierten. Als unzureichend beurteilte die FATF ihre Wirkung: die Zahl der Strafverfahren, die beschlagnahmten Beträge und die verhängten Sanktionen.

Was der Aktionsplan von Monaco verlangte

Der in Singapur vereinbarte Aktionsplan umfasste sechs Schwerpunkte. Er verlangte zunächst, Geldwäsche aus im Ausland begangener Steuerhinterziehung konsequenter zu verfolgen und mehr Ersuchen um Beschlagnahme von Vermögenswerten an andere Staaten zu richten. Weiter forderte er wirksame Sanktionen, auch bei der Transparenz der wirtschaftlich Berechtigten, eine gestärkte Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen, eine schnellere Justiz und mehr Beschlagnahmen. Den Hintergrund dieser Aufnahme und die Reaktionen, die sie damals auslöste, beschreibt unsere Analyse zur Aufnahme Monacos in die graue Liste aus dem Jahr 2024.

Für ausländische Käufer ist der Unterschied zur schwarzen Liste entscheidend. Die graue Liste bedeutet weder internationale Sanktionen noch einen Aufruf zu Gegenmaßnahmen, die der schwarzen Liste der FATF vorbehalten sind. Sie bedeutet, dass ein Land kooperiert und sich unter der Aufsicht seiner Partner auf einen Zeitplan verpflichtet. Monaco hat diesen Zeitplan eingehalten, mit zehn Monaten Verspätung gegenüber dem ursprünglichen Ziel.

Wie Monaco die graue Liste in achtundzwanzig Monaten verließ

Das Fürstentum hat die Liste verlassen, indem es von Fortschrittsbericht zu Fortschrittsbericht die bezifferten Nachweise lieferte, die die FATF verlangte. Der ursprüngliche Zeitplan sah Januar 2026 vor. Er verschob sich um mehrere Monate, weil sich Sanktionen erst nachweisen lassen, wenn sie verhängt sind, und weil Gerichtsverfahren ihre eigene Dauer haben.

Chronologie

Von der Aufnahme bis zur Streichung: die Etappen des monegassischen Verfahrens

Quellen: fürstliche Regierung (Mitteilungen von Juni 2024, Oktober 2025 und Juni 2026), FATF, monegassische Presse für die Entscheidung vom 30. Oktober 2026.

Datum Etappe Tragweite
28. Juni 2024 Aufnahme in die graue Liste, Plenarsitzung in Singapur Aktionsplan mit sechs Schwerpunkten, Streichung für Januar 2026 angestrebt
Dezember 2024 Neubewertung durch MONEYVAL, das Gremium des Europarats Fortschritte bei der technischen Konformität anerkannt
Oktober 2025 Zweiter Fortschrittsbericht von der FATF angenommen Mehr Beschlagnahmen und Beschlagnahmeersuchen im Ausland, mehr Mittel für die Aufsichtsbehörde
19. Juni 2026 Vorläufige Schlussfolgerung der FATF Aktionsplan im Wesentlichen erfüllt, Vor-Ort-Besuch beschlossen
September 2026 Besuch der Prüfer in Monaco Überprüfung der Wirksamkeit der Reformen
30. Oktober 2026 Streichung von der grauen Liste, Plenarsitzung in Paris Ende der verstärkten Beobachtung durch die FATF
PetriniEigene AnalyseTabelle von Petrini Exclusive Real Estate Monaco auf Grundlage der am Ende des Artikels genannten offiziellen Mitteilungen.

In diesem Zeitraum hat das Fürstentum das Personal der monegassischen Finanzsicherheitsbehörde (AMSF) aufgestockt, Richter an die Generalstaatsanwaltschaft berufen und die Kontrollen vervielfacht. Nach den anlässlich der Streichung veröffentlichten Zahlen erhielt die AMSF 2025 1.479 Verdachtsmeldungen und führte 54 Vor-Ort-Prüfungen durch. 2026 machte die AMSF Sanktionen gegen drei Banken des Finanzplatzes öffentlich: 6 Millionen Euro für UBS (Monaco), 1,5 Millionen Euro für Julius Baer Wealth Management (Monaco) und 1 Million Euro für Moncrief Private Bank, die frühere Banque Havilland (Monaco). Diese Entscheidungen antworteten unmittelbar auf die Forderung nach wirksamen und abschreckenden Sanktionen.

Diese Verschärfung hat die Fachleute belastet, allen voran die Banken. Die Zahlen des Immobilienmarkts zeigen jedoch, dass sie die Käufer nicht abgeschreckt hat.

Hat die graue Liste Monacos Immobilienmarkt belastet?

Nein, die graue Liste hat den Immobilienmarkt in Monaco weder beim Volumen noch bei den Preisen zurückgeworfen. 2025, mitten in der verstärkten Beobachtung, verzeichnete das monegassische Statistikamt IMSEE 493 Verkäufe im Wert von 5,9 Milliarden Euro, auf dem Niveau des Rekordjahres 2024, bei einem Durchschnittspreis von 57.569 Euro pro Quadratmeter.

Die Angebotspreise, die unsere Agentur jeden Monat erhebt, erzählen dieselbe Geschichte. Sie sind während der Listung nicht gesunken und sogar leicht gestiegen. Die Einzelheiten finden Sie in unserer Analyse des Quadratmeterpreises in Monaco, mit einem Vergleich nach Stadtteilen.

Eigene Analyse

Angebotspreise pro Quadratmeter in Monaco während der grauen Liste

Quelle: Daten von Petrini Exclusive Real Estate, Jahresdurchschnitt der monatlichen Erhebungen der Angebotspreise im Verkauf, alle Objektarten, gesamtes Fürstentum. 2026: Erhebungen von Januar bis Juli.

Jahr Durchschnittlicher Angebotspreis (€/m²) Status gegenüber der FATF
2023 58.379 Vor der Aufnahme
2024 58.154 Aufnahme am 28. Juni
2025 59.275 Unter verstärkter Beobachtung
2026 (Januar bis Juli) 59.929 Unter verstärkter Beobachtung
PetriniEigene AnalyseTabelle von Petrini Exclusive Real Estate Monaco. Angebotspreise des Marktes, keine Transaktionspreise: Sie messen die Erwartungen der Verkäufer, die beurkundeten Preise veröffentlicht das IMSEE.

Der Finanzplatz hat denselben Verlauf genommen. Die monegassische Wirtschaftspresse stellte fest, dass die Bankeinlagen von 176 Milliarden Euro Ende 2024 auf 182,9 Milliarden Euro Ende 2025 gestiegen waren, ohne dass sich ein Institut zurückzog, und sprach von einem monegassischen Paradox. Dieselbe Lesart hatten wir mit Zahlen belegt, in unserer Analyse der Auswirkungen der grauen Liste auf die Immobilienpreise vom Februar 2026.

Die Erfahrung unserer Agentur vor Ort bestätigt dies. Immer mehr Käufer wollen nach Monaco kommen, eine Entwicklung, die auch unsere jährliche Analyse des monegassischen Markts 2026 unter dem Gesichtspunkt der Kapitalkonzentration beschreibt. In diesen zwei Jahren hat uns kein Kunde wirklich auf die graue Liste angesprochen: Dieses Thema klärten sie mit ihrer Bank, nicht mit ihrem Immobilienmakler. Wenn sich die Nachfrage nicht bewegt hat, hat die graue Liste ihre Spuren also anderswo hinterlassen.

Wo hat sich die Listung bemerkbar gemacht?

Die graue Liste hat sich im Geldverkehr bemerkbar gemacht. Die Banken haben ihre Fristen verlängert, um gründlicher zu prüfen, und manche Überweisungen haben sich verzögert.

Eine 2021 veröffentlichte Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) ergab, dass eine Aufnahme in die graue Liste die Kapitalzuflüsse eines Landes im Durchschnitt um etwa 7,6 % seines BIP verringert. Der Grund ist einfach: Ausländische Banken gestalten ihre Beziehungen zu diesem Land langsamer und teurer. Käufer in Monaco bezahlen überwiegend mit Mitteln aus dem Ausland. Sie mussten daher Verzögerungen hinnehmen, ohne dass sich das Kapital vom Fürstentum abgewandt hätte.

Konkret haben wir Verzögerungen bei Zahlungen und Mittelüberweisungen beobachtet, dazu längere Bankfristen für zusätzliche Prüfungen. Wir haben deshalb unsere Transaktionstermine angepasst und zwischen Vorvertrag und notarieller Urkunde längere Fristen vorgesehen, damit kein Verkauf durch eine ausstehende Überweisung gefährdet wird. Für Käufer bedeuteten diese zwei Jahre vor allem eine umfangreichere Dokumentation und einen großzügigeren Zeitplan, zwei Realitäten, die unser Ratgeber zum Kaufprozess für Luxusimmobilien in Monaco Schritt für Schritt beschreibt.

Die Entscheidung vom 30. Oktober beseitigt nicht alle diese Verzögerungen, denn eine zweite Liste, diesmal eine europäische, gilt weiterhin.

Warum zählt die EU-Liste weiterhin?

Monaco steht weiterhin auf der europäischen Liste der Drittländer mit hohem Risiko, und die Entscheidung der FATF ändert daran nichts. Die Europäische Kommission hatte das Fürstentum mit einer delegierten Verordnung aufgenommen, die am 5. August 2025 in Kraft trat. Nur eine neue Verordnung, die anschließend der Einspruchsfrist des Europäischen Parlaments und des Rates unterliegt, kann es wieder streichen.

Diese Liste hat für Käufer eine unmittelbare Folge. Solange Monaco darauf steht, müssen Banken, Notare und andere Verpflichtete in der Union bei jeder Geschäftsbeziehung oder Transaktion mit Bezug zum Fürstentum verstärkte Sorgfaltspflichten anwenden. Für deutsche Banken ergibt sich diese Pflicht aus dem Geldwäschegesetz, das die europäischen Vorgaben umsetzt. Eine Überweisung aus München, Mailand oder Amsterdam an eine monegassische Notarkanzlei wird daher weiterhin eingehender geprüft, unabhängig von der Entscheidung der FATF.

Der Präzedenzfall der Vereinigten Arabischen Emirate deutet auf eine Frist von mehreren Monaten hin. Dieselbe Verordnung, die Monaco 2025 aufnahm, strich die Emirate von der EU-Liste, rund achtzehn Monate nachdem sie im Februar 2024 die graue Liste der FATF verlassen hatten. Nichts verpflichtet Brüssel, bei Monaco denselben Rhythmus einzuhalten. Ebenso wenig lässt sich eine sofortige Streichung versprechen.

Paolo PetriniPaolo PetriniGeschäftsführer, Petrini Exclusive Real Estate Monaco

Die Streichung von der grauen Liste macht den Markt wieder flüssig, die Nachfrage war nie verschwunden

Nach unserer Einschätzung wird die Entscheidung der FATF keine zusätzlichen Käufer bringen, weil die Nachfrage während des gesamten Zeitraums hoch geblieben ist. Sie stellt das Vertrauen der Korrespondenzbanken wieder her und mit ihm das Tempo der Zahlungsflüsse, dank derer ein vereinbarter Verkauf zum geplanten Termin beurkundet werden kann. Eine sofortige Rückkehr zu den Zeitplänen von vor 2024 kündigen wir dennoch nicht an, solange die EU-Liste nicht überarbeitet ist. Der nachhaltige Gewinn liegt anderswo: Ein Finanzplatz, an dem jeder Fachmann gelernt hat zu dokumentieren, zu prüfen und zu belegen, bietet vermögenden Käufern, was sie ebenfalls suchen, die Gewissheit, dass ihr Vermögen in einem einwandfreien Rahmen angelegt ist.

Was ändert die Streichung für eine Transaktion?

Für eine Transaktion bleiben die Prüfpflichten unverändert. Die Fristen dürften sich dagegen für Mittel von Banken außerhalb der Europäischen Union nach und nach verkürzen. Die monegassischen Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche gelten für jeden Verkauf, unabhängig von jeder internationalen Liste.

Käufer müssen also weiterhin ihre Identität nachweisen, bei einem Erwerb über eine Gesellschaft auch die der wirtschaftlich Berechtigten, sowie die Herkunft der eingesetzten Mittel. Notar, Bank und Agentur führen jeweils ihre eigenen Prüfungen durch, und keiner kann darauf verzichten, weil Monaco die graue Liste verlassen hat. Diese Prüfungen erhöhen die Erwerbskosten nicht, die unser Ratgeber zu den Kaufnebenkosten in Monaco im Einzelnen aufschlüsselt, aber sie bestimmen den Zeitplan.

Für diesen Zeitplan lassen sich drei Fälle unterscheiden, je nachdem, von welcher Bank die Mittel kommen.

Mittel, die bereits bei einer monegassischen Bank liegen

Diese Mittel fließen ohne besondere Schwierigkeiten. Das ist einer der Gründe, warum viele Käufer vor der Unterzeichnung ein Konto im Fürstentum eröffnen, oft mehrere Wochen im Voraus, bei einem der Institute aus unserer Übersicht der in Monaco ansässigen Banken.

Mittel von einer Bank außerhalb der Europäischen Union

Für diese Mittel dürften sich nach und nach wieder normale Fristen einstellen, in dem Maße, wie die Korrespondenzbanken die mit der grauen Liste verbundenen Kontrollen aufheben.

Mittel von einer Bank in der Europäischen Union

Diese Mittel unterliegen weiterhin verstärkten Sorgfaltspflichten, solange sich die EU-Liste nicht geändert hat, und das gilt ebenso für eine Überweisung von einer deutschen Bank. Sie rechtfertigen es, den bisher eingeplanten Puffer im Zeitplan des Verkaufs beizubehalten.

Diese Vorsichtsmaßnahmen sind auch das Ergebnis zweier Jahre, in denen jeder Berufsstand des Finanzplatzes, unserer eingeschlossen, seine Anforderungen erhöht hat.

Wie hat eine der AMSF unterstellte Immobilienagentur diese zwei Jahre erlebt?

Petrini Exclusive Real Estate, eine in Monaco ansässige Immobilienagentur, unterliegt wie alle Agenturen des Fürstentums den Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung unter der Aufsicht der AMSF. In diesen zwei Jahren haben wir bei jeder Transaktion unsere Prüfarbeit geleistet und uns zunehmend strukturiert und geschult, um unsere gesetzlichen Pflichten zu erfüllen.

Diese Anforderungen zeigen sich nicht nur in den Verfahren. Sie haben verändert, wie ein Verkauf vorbereitet wird: Die Unterlagen werden früher zusammengestellt, die Fragen zur Mittelherkunft werden gleich zu Beginn der Geschäftsbeziehung gestellt, und seriöse Käufer sehen darin eine Garantie. Diese Sorgfalt geht einher mit der Diskretion, die wir bei jeder Transaktion wahren und die unser Beitrag zur Diskretion bei Immobiliengeschäften in Monaco beschreibt, denn keiner unserer Verkäufe wird je öffentlich gemacht. In unserem Rahmen haben wir zur gemeinsamen Anstrengung beigetragen, die es dem Staat ermöglicht hat, den von der FATF vorgegebenen Fahrplan einzuhalten, und wir freuen uns, dass sie Früchte getragen hat.

Das Fürstentum will diese Disziplin nicht lockern. Die Regierung hat angekündigt, die für die nationale Strategie zuständigen Strukturen beizubehalten, eine dritte nationale Risikobewertung durchzuführen und den nächsten Evaluierungszyklus von MONEYVAL vorzubereiten. Wer auf diese Entscheidung gewartet hat, muss nun den richtigen Zeitpunkt und die richtige Immobilie wählen, und bei beiden Entscheidungen hilft unsere Analyse dessen, was über einen Kauf in Monaco wirklich entscheidet.

In zwei Jahren auf der grauen Liste hat Monaco weder seine Käufer noch seine Preise verloren. Das Fürstentum hat seine Kontrollen verstärkt und seine Zusagen eingehalten. Nun fehlt noch die Streichung von der EU-Liste: Erst dann werden die Zahlungen wieder ihr Tempo von vor 2024 erreichen.

Quellen

Quellen dieser Analyse

Fakten und Zahlen am 30. Oktober 2026 anhand der folgenden Quellen geprüft.

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FAQGraue Liste

Häufige Fragen zur Streichung Monacos von der grauen Liste

Steht Monaco noch auf der grauen Liste der FATF?

Nein. Die FATF hat Monaco am 30. Oktober 2026 auf ihrer Plenarsitzung in Paris von der Liste der Jurisdiktionen unter verstärkter Beobachtung gestrichen. Das Fürstentum stand dort seit dem 28. Juni 2024.

Steht Monaco noch auf der EU-Liste der Drittländer mit hohem Risiko?

Ja. Monaco steht weiterhin auf der Liste der Europäischen Union der Drittländer mit hohem Risiko, auf die es 2025 gesetzt wurde. Nur eine neue Verordnung der Europäischen Kommission kann es streichen. Bei den Vereinigten Arabischen Emiraten erfolgte diese Streichung rund achtzehn Monate nach dem Verlassen der FATF-Liste.

Werden die Preise in Monaco nach der Streichung von der grauen Liste steigen?

Dafür gibt es keine Anhaltspunkte. Während der Listung ist der Markt nicht zurückgegangen: Das IMSEE verzeichnete 2025 493 Verkäufe im Wert von 5,9 Milliarden Euro, und die Angebotspreise blieben stabil. Die Entscheidung der FATF macht vor allem die Zahlungen flüssiger.

Muss ein ausländischer Käufer weiterhin die Herkunft seiner Mittel nachweisen?

Ja. Bei Petrini Exclusive Real Estate, ebenso wie beim Notar und bei der Bank, werden bei jedem Erwerb die Identität, die wirtschaftlich Berechtigten und die Herkunft der Mittel geprüft. Diese Pflichten ergeben sich aus dem monegassischen Recht und hängen von keiner internationalen Liste ab.

Werden Überweisungen für einen Kauf in Monaco schneller?

Für Mittel von Banken außerhalb der Europäischen Union dürften sich die Fristen nach und nach verkürzen. Banken in der Union, auch deutsche Banken, wenden dagegen weiterhin verstärkte Sorgfaltspflichten an, solange Monaco auf der EU-Liste steht. Es bleibt daher ratsam, im Zeitplan des Verkaufs einen Puffer vorzusehen.

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